Mieter lässt Wohnung verwahrlosen. So Handeln Vermieter richtig.
Eine Verwahrlosung der Wohnung durch den Mieter kann ein Albtraum für Vermieter sein. Verwahrlosung kann dabei viele Züge annehmen wie das Vollstellen der Wohnung mit Gegenständen, Ansammlung von Müll, mangelnde Hygiene durch Lebensmittelreste in der Küche oder durch Schimmel im Bad. Als Vermieter sollten Sie rechtzeitig die richtigen Schritte einleiten.
Grundsätzlich hat jeder Mieter das Recht zu entscheiden, wie er leben möchte. Entsprechend lassen Gerichte Mietern Freiheit bei Nutzung und Ordnung der Mietwohnung. Gleichzeitig hat der Mieter mietvertragliche Pflichten, in diesem Zusammenhang die Pflicht zum sorgfältigen Umgang mit dem Mietobjekt nach § 543 Abs. 2 BGB und dem Hausfrieden nach § 569 Abs. 2 BGB.
Eine objektive und rechtliche Grenze ist erreicht, wenn
Dominus-Hinweis: Sollte die Verwahrlosung der Wohnung durch gesundheitliche Einschränkung begründet sein, sollten Sie sich bemühen Hilfe über soziale Dienste oder Angehörige zu organisieren. Rechtliche Schritte wie eine Abmahnung oder Kündigung hat hier schlechte Aussichten, denn auch Richter sind hier nicht auf Ihrer Seite.
Im ersten Schritt sollten Sie eine schriftliche Abmahnung verfassen und dem Mieter per Einschreiben zustellen. Die Abmahnung ist auch in den meisten Fällen eine Voraussetzung für die wirksame Kündigung.
Für eine gültige Abmahnung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. In Bezug auf Verwahrlosung kommen folgende Gründe in Frage:
Für eine wirksame Abmahnung sind einige formelle Vorgaben bei der Erstellung einzuhalten. Unter anderem sind die Anschrift des Vermieters und des Mieters und ein Stichtag zu nennen, zu welchem die Pflichtverletzung revidiert sein muss. Versenden Sie die Abmahnung per Einschreiben.
Für einen erhöhten Nachdruck und die Sicherheit der formellen Konformität kann auch ein Anwalt die Mahnung verfassen. Über das Netzwerk von Dominus finden Sie Fachanwälte mit Erfahrung in diesem Bereich.
Dominus-Hinweis: Sofern der Mieter keine nötige Einsicht gegenüber seinen Verfehlungen zeigt oder zeigen würde, ist eine Abmahnung nicht erforderlich. In diesem Fall ist die Vertragsgrundlage zwischen Mieter und Vermieter erheblich gestört.
Sofern nach Ablauf der Abmahnungsfrist keine Besserung eingetreten ist, können Sie den Mieter kündigen. Abhängig von den Umständen kann statt einer ordentlichen Kündigung auch eine fristlose Kündigung möglich sein. Im Vergleich zu einer ordentlichen Kündigung entfällt bei einer außerordentlichen („fristlosen“) Kündigung die Kündigungsfrist.
Für eine fristlose Kündigung nach § 543 BGB müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die Wohnung muss in einem derart unhygienischen Zustand sein, dass es zu einer Beeinträchtigung der Mitmieter kommt. Eine formelle Abmahnung zuvor ist nötig.
Bei einer ordentlichen Kündigung sind generell folgende Voraussetzungen zu erfüllen:
Widerspricht der Mieter der Kündigung nicht und zieht nicht aus, bleibt dem Vermieter die Räumungsklage. Mit einem wirksamen Urteil vom Gericht kann die Wohnung zwangsgeräumt werden. Damit kommen neue Herausforderungen auf den Vermieter zu: Entrümpelung und Reinigung der Wohnung.
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